Neuer Ad-hoc-Arbeitskreis von ARL und DASL
Die Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht nun über den Einbruch der
Steuereinnahmen die Haushalte der Städte und Gemeinden: Die
Gewerbesteuereinnahmen sanken zwischen 2008 und 2009 um bis zu 17
Prozent in einzelnen Bundesländern, der kommunale Finanzierungssaldo
brach von +7,7 Mrd. € auf -7,1 Mrd. € dramatisch ein. Falls die
kommunalen Sozialausgaben im Zuge der Wirtschaftskrise ebenfalls massiv
ansteigen, ist die Handlungsfähigkeit einiger Kommunen in Gefahr, sodass
sie ihre Pflicht- und freiwilligen Aufgaben nicht mehr erfüllen können.
Zwar treten kommunale Finanzkrisen immer wieder auf und regelmäßig
werden Lösungsvorschläge gegeben, das Ausmaß der Krise erreicht nun
jedoch einen neuen Höhepunkt. Zusätzlich fehlt es bisher auch an einer
differenzierten Diskussion bezüglich der räumlichen Disparitäten der
Wirkungen der Finanzkrise auf die Kommunen.
Gemeinsam mit der
Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) hat die ARL
einen Ad-hoc-Arbeitskreis (AAK) eingerichtet, der diese Problematik
aufgreift. Beide Akademien sehen es als ihre Aufgabe an, die mit der
Thematik einhergehenden raumbedeutsamen Zusammenhänge zu analysieren und
die Politik dafür zu sensibilisieren. Der von Prof. Dr. Heinrich
Mäding, Vizepräsident der ARL, geleitete AAK möchte zusammenfassend
mögliche Problemfelder und besondere Aspekte der fiskalischen Krise für
die kommunale und regionale Entwicklung aufdecken, um daran
handlungsrelevante Themenfelder zu identifizieren. Dabei sollen sowohl
die räumlichen Folgen der Entwicklung der Kommunalfinanzen,
einschließlich der Folgen für Daseinsvorsorge und räumliche Planung, als
auch raumbezogene Determinanten bei der Reform der Kommunalfinanzen
berücksichtigt werden.
Der AAK besteht neben Heinrich Mäding aus SenRat Dr. Ralph Baumheier,
Prof. Dr. Klaus J. Beckmann, Dr. Markus Eltges, Prof. Dr. Martin
Junkernheinrich, Ass. jur. Folkert Kiepe, Dr. Mareike Köller, Stadtdir.
Hartwig Schultheiß, Prof. Dr. Guido Spars und Prof. Christiane Thalgott.
Aus der ersten Sitzung Mitte April ergaben sich bereits vielfältige
Möglichkeiten für eine tiefer gehende Betrachtung des umfassenden
Themenfeldes. Der AAK möchte bis Herbst des Jahres ein Positionspapier
erstellen, das erstens die Erörterung der besonderen Qualität bzw.
Spezifität der aktuellen Krise in räumlicher Sicht und zweitens
Handlungsempfehlungen – insbesondere für die Gemeindefinanzkommission –
zum Gegenstand hat.
Mareike
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, Tel. +49 511 34842–28
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